monatsandacht


Andacht Januar 2022

 

Jesus Christus spricht: Kommt und seht! (Johannes 1,39a)

 

Quelle: Kirchenbezirk Konstanz
Liebe Leserinnen und Leser,
der Monatsspruch für den Januar ist eine Einladung. Jesus lädt ein, zu ihm zu kommen und zu sehen, wie es ist, ihm nachzufolgen.
Es ist eine der Herausforderungen des christlichen Glaubens, dass ich mich auf ihn einlassen muss. Ich kann mich zwar mit dem Verstand für den Glauben entscheiden, doch was es bedeutet zu glauben, erfahre ich erst, wenn ich meinen Weg im Vertrauen auf Gott gehe.
Es ist wie mit einer Partnerschaft. Ob die Liebe zueinander trägt, entscheidet sich zunächst im alltäglichen Miteinander und dann in Krisensituationen. Trägt die Beziehung, ist das eine beglückende Erfahrung, die beide noch mehr zusammenschweißt. Mit dem Glauben ist es ähnlich. Die Verheißung der Auferstehung ist wunderbar, doch ob sie trägt, erfahre ich erst, wenn ein geliebter Mensch stirbt.
Gott zu vertrauen, klingt gut, doch erst in Krisenzeiten wie z.B. jetzt in der Corona-Pandemie, zeigt sich, was das heißt und ob mich dieses Vertrauen auch trägt. Es ist gar nicht so einfach, seine Ängste und Sorgen auf Jesus zu werfen und darauf zu vertrauen, dass er es wohl macht. Jesus selbst hat uns in Gethsemane gezeigt, dass es dazu manches Mal des Ringens mit Gott bedarf. Dieses Ringen ist eine Form, des Kommens und Sehens.
Das klingt vielleicht erstaunlich, doch nur wenn ich zu Gott komme, kann ich auch mit ihm ringen, sehen, was diese Krise bedeutet und erfahren, dass ich die Kraft bekomme, die ich dafür brauche.
Manche Menschen verlieren in Krisen ihren Glauben. Sie sind Gott böse, dass er ihnen das zumutet. Sie erwarten, dass alles glatt läuft. Doch Gott sehen, ihn erkennen kann ich letztlich nur in der Auseinandersetzung mit ihm. So sagt der fromme Hiob am Ende seiner langen Auseinandersetzung mit Gott: „Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen (!); aber nun hat mein Auge dich gesehen.“ (Hiob 42,5) Hiob hat Gott in der Auseinandersetzung erfahren und er weiß nun, dass er sich auf ihn verlassen kann.
Glauben braucht Mut, den Mut der Aufforderung Jesu zu folgen und sich auf Gottes Liebe einzulassen, ihm zu vertrauen und sich von Jesus dabei führen zu lassen. Anhand seines Lebenslaufes ist schon viel von dieser Liebe zu uns Menschen zu erfahren. Doch glauben bleibt letztlich ein Wagnis. Die Schriftstellerin Hilde Domin hat es so beschrieben: „Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug.“
Jesus lädt uns zu diesem Wagnis ein und mit der Jahreslosung sagt er uns zu: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. (Joh.6,37)
Die Einladung ist ausgesprochen, nun kommt es auf uns an, ob wir es wagen ihr zu folgen und auf Gott und seinen Weg mit uns vertrauen in unserem Leben, in der Pandemie, angesichts der Herausforderungen im Kirchenbezirk und in dieser Welt.
Dekanin Hiltrud Schneider-Cimbal

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